ASV Menden 1973 e.V.

Mitglied im Verband der Deutschen Sportfischer e.V.

 

 

 

 

 

Fische

 

 

Die Fische der Sieg:

 

Damals bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt die Sieg als einer der fischreichsten Flüsse Deutschlands. Mit der damals durchgeführten Regulierung der unteren Sieg wurde deren ökologisches Gleichgewicht nachhaltig zerstört und viele Tümpel, Teiche, Seitenarme und Laichplätze vernichtet. Dies hatte Auswirkungen auf den Fischbestand.

Bereits 1887 beklagte der Siegburger Fischhändler Friedrich Wilhelm Reuter, der an der Sieg zwei Fischereistrecken gepachtet hatte, über einen abnehmenden Fischbestand. Gleiches geschah um die Jahrhundertwende durch die Bergheimer Fischereibruderschaft. Diese beklagte 1903 einen Rückgang der Makrelenfänge (Nasen) von jährlich 200 Zentner auf einige wenige Zentner.

Der Lachsfang, der früher sehr gute Erträge brachte, reduzierte sich bis 1909 auf kaum nennenswerte Ergebnisse, wie die vergleichende Übersicht der Fangergebnisse bei Bergheim zeigt.  
 

Jahr Fanggewicht
1888 182
1892 244
1897 206
1900 54
1904 59
1909 29


Seit 1950 galt der Lachs offiziell im Rhein als ausgestorben.

Trotz zähester Entwicklung bis ca. Mitte der 80er-Jahre ist es letztlich den Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu verdanken, dass die Wasserqualität der Sieg erheblich verbessert werden konnte. Sowohl große Industriebetriebe als auch Städte und Gemeinden mussten durch behördliche Auflagen den Bau von Kläranlagen forcieren.

Als positive Ergänzung dazu ist die günstige Entwicklung der Wasserqualität des Rheins zu sehen, die Folge der Arbeit der von den Rheinanliegerstaaten gebildeten internationalen Kommission zum Schutz des Rheins ist.

 

 

Heute Lachs 2000:


 

Dank dieser positiven Entwicklung konnten in den letzten Jahren in der Sieg und ihren Nebengewässern 48 Fischarten nachgewiesen werden.

Die als Anlage beigefügte Aufstellung zeigt die Fischfauna der Sieg aufgrund verschiedener Befischungen, die von der früheren Landesanstalt für Fischerei NRW bzw. seit 1994 den Fischereidezernaten der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten / Landesanstalt für Agrarordnung NRW sowie den Biologen Freyhof (1993) und Freyhof & Bischoff, allerdings meist nicht als repräsentative Erhebungen des Gesamtfischbestandes, durchgeführt wurden.

Einen nicht unerheblichen Anteil an der Erhaltung der Artenvielfalt und teils Wiedereinbürgerung, z. B. von Lachs und Meerforelle, haben die ansässigen Angelvereine, so auch der ASV Menden 1973 e.V. Sie haben in den letzten Jahren durch freiwillige Besatzmaßnahmen zur Bestandserhaltung vom Aus­sterben bedrohter Kleinfischarten, wie z. B. Moderlieschen, Mühlkoppe und Schmerle, beigetragen und damit aktiven Naturschutz betrieben.

Weitaus bedeutender ist jedoch die Beteiligung der im LFV Nordrhein e.V., Bezirk Sieg, organisierten Angelvereine durch eine freiwillige pro-Kopf-Umlage am Programm "Lachs 2000", dessen Ziel die inzwischen erfolgreiche Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle u. a. im Gewässersystem der Sieg ist.

Im Jahr 1985 sprachen sich die Vertreter der Rheinanlieger-Bundesländer und der Bundesregierung gemeinschaftlich anläßlich der jährlichen Rheinfischerei­besprechung auf Vorschlag von Nordrhein-Westfalen dafür aus, ein Programm zur Wiedereinbürgerung des Lachses in den Rhein zu starten. Es folgte 1986 ein Finanzierungsplan, der jedoch nicht gemeinschaftlich umgesetzt wurde.

So übernahm das Land Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle und begann 1987 mit praktischen Maßnahmen für ein Wiedereinbürgerungsprogramm des Lachses in der Sieg. Von Beginn an wurden dabei die Fischereivereine im LFV-Bezirk Sieg einbezogen.

Neben der Beschaffung der Lachs- und auch Meerforellen-Eier, der Aufzucht der Brut und das Aussetzen der Jungfische durch die Landesanstalt für Fischerei NRW, wurden im Laufe der Jahre bauliche Maßnahmen zur Sanie­rung bzw. Schaffung von Fischaufstiegen an den Sieg-Wehren in Buisdorf, Datten­feld, Schladern und Unkelmühle sowie dem Aggerwehr in Troisdorf durch­geführt, die den Fischen einen ungehinderten Aufstieg ermöglichen sollen. Auch diese Maßnahmen wurden von allen Angelvereinen im LFV-Bezirk Sieg finanziell unterstützt, und zwar mit insgesamt 200.000,- DM.

Die Ministerkonferenz der Rheinanlieger-Staaten setzte sich 1986 in Rotterdam zum Ziel, den Rhein bis zum Jahr 2000 in seiner Wasserqualität soweit zu verbessern, daß eine Rückkehr des Lachses gesichert ist und er wieder heimisch werden kann. Als Folge dieses Ministerbeschlusses gründete die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins 1987 das Aktions-Pro­gramm "Lachs 2000", in dessen Rahmen seit 1993 mit Unterstützung der EU ver­schiedene Projekte der beteiligten Staaten finanziell gefördert wurden.

Im Rahmen des Programms "Lachs 2000" hat das Land Nordrhein-Westfalen Lachs und Meerforelle seit 1993 ganzjährig geschont. Die Angler an der Sieg praktizierten die Vollschonung auf freiwilliger Basis jedoch bereits früher, und zwar seit 1990. Diese Maßnahme ist zunächst bis zum Jahr 2000 befristet.

In den letzten Jahren konnten immer wieder Fänge von zum Teil auch gekennzeichneten Lachsen und Meerforellen als Rückläufer der insoweit erfolgreichen Wiedereinbürgerungsmaßnahmen verzeichnet werden.

Sorge bereitet den Anglern dagegen in den letzten Jahren das erkennbar geringere Fischaufkommen der übrigen Fischarten. So ziehen in den letzten Jahren im Frühjahr weit weniger Rotaugen vom Rhein her die Sieg hinauf. In diesem Jahr sind die sich sonst tausendfach vom Frühjahr bis Herbst an der Wasseroberfläche tummelnden Ukeleis – landläufig als Schneider bezeichnet –bei weitem nicht mehr so zahlreich vertreten. Es liegt die Vermutung nahe, daß diese Negativentwicklung auf die sich ständig vergrößernden Kormoran­vorkommen zurückzuführen ist. Hier bleibt nur zu hoffen, daß den verantwort­lichen Behörden und einschlägigen Naturschutz- und Vogelschutzverbänden bald hinsichtlich der Gegensteuerung ein Licht aufgeht und diese sich zu geeigneten Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände bekennen.

Was die Industrie über Jahrzehnte erfreulicherweise nicht schaffte, nämlich die Sieg und die umliegenden Gewässer fischereilich zum Erliegen zu bringen, erreichen sonst die Kormorane. Die jahrzehntelangen hegerischen Bemü­hungen, die mit großem finanziellen Aufwand der Vereine betrieben wurden
und werden, würden ansonsten zunichte gemacht.

 

 


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